Der Kreativität freien Lauf

Unvergessliche Erlebnisse und ebenso viele beeindruckende Ergebnisse hielten die diesjährigen Sommer-Projektwerkstätten am Landeskunstgymnasium bereit. Alle Schülerinnen und Schüler, sofern sie nicht alternativ in ein Kunstpraktikum gegangen waren, wählten innerhalb ihres jahrgangsspezifischen Angebots jeweils einen von insgesamt acht anspruchsvollen Werkstattkursen. Sie arbeiteten fünf Tage lang je acht Stunden an ihren Werken unter der Leitung externer Dozenten, die allesamt erfahrene Spezialisten in den von ihnen betreuten Fachgebieten sind. Die Dozenten setzten den thematischen Rahmen ihrer Workshops und begleiteten die Kunstschüler bei der Umsetzung von der Idee bis zum ausgeführten Werk mit ganz individueller Beratung. Dabei konnte man offensichtlich sehr viel lernen und mitnehmen.

Ich habe in dieser Woche gelernt, mit Geduld und Fleiß an einem Projekt zu arbeiten – es hat sich gelohnt!

Melek Ö.

Kunstschülerin

Die zum Teil beachtlichen Ergebnisse, die am Ende der Woche standen, kannst du in der Galerie über den Bild-Link am Ende des Artikels ansehen. Sie zeigen eindrucksvoll, dass eine anhaltende und zusammenhängende künstlerische Auseinandersetzung – ohne die sonst gewohnten alltäglichen Ablenkungen – die Qualität der Werke erstaunlich anheben kann. Die Fotoaufnahmen aus dem Arbeitsprozess beweisen es: sie zeigen die tiefe Konzentration der Schülerinnen und Schüler beim Schaffen und Gestalten.

Plastisches Gestalten

Im Bereich Plastik bildete sich bei Gregor Davertshofen eine Gruppe, die sich mit Steinbildhauerei befasste, also einem wegnehmenden Verfahren, das Kraft und Ausdauer ebenso fordert wie die Fähigkeit, die zukünftige Form im Stein zu sehen und den Weg zu ihr zu suchen. Bei Susan Geel hingegen wurden mit Ton große Plastiken aufgebaut. Das Motto hier: „Innen und Außen“.

Malerei

Rob Jansen und Mick Starke boten mit Themen wie „Portrait“ oder „In-Between – Räume in der Malerei“ Felder der gegenständlichen Malerei an, beide orientiert in Richtung des räumlichen Modellierens mit Farbe. Thomas Kohl, ein ehemaliger Meisterschüler von Gerhard Richter, inspirierte dagegen mit einem Ansatz abstrakter und informeller Malerei, die großen Wert auf den Entstehungsprozess legt. Die Schülerinnen und Schüler sollten in diesem Prozess verstärkt mit ihren Kunstwerken interagieren, Dinge geschehen lassen, auf unerwartete Entwicklungen im Bild mit neuen Ideen reagieren, in Serien arbeiten.

Ich habe in diesem Projekt gelernt, meiner Kreativität im wahrsten Sinne des Wortes „freien Lauf“ zu lassen und mich Neues zu trauen.

Lotte K.

Kunstschülerin

Design

Im Design ging es zweimal digital zu – und einmal handwerklich-stofflich.
Anna Noll brachte ihrer Gruppe einen „Expemintellen Designprozess“ nahe, der neben anderen Disziplinen einen wichtigen Teil des Studienfachs „Kreativdesign“ ausmacht. Materialien aller Art, deren Veränderung durch den forschenden Eingriff des Designers, die geistige Formung von der Idee bis hin zur ausgeführten Kollektion fanden in plastischen Objekten und Moodboards ihren überzeugenden Ausdruck. Dabei spielten gesellschaftliche Problemfelder als Ausgangspunkte von Kreativprozessen eine wichtige Rolle.

Ich fand es total interessant, dass so große gesellschaftliche Probleme und Themen der Menschheit im künstlerischen Designprozess umgesetzt werden können.

Julia G.

Kunstschülerin

Jonas Ellermann und Leo Neumann, der eine in der Concept Art, der andere im Bereich Animation zuhause – und beide ehemalige Schüler des Landeskunstgymnasiums – leiteten gemeinsam die Werkstatt „Digital Painting“. Hier wurden Techniken der digitalen Illustration, insbesondere aus dem Bereich der Concept Art, vermittelt. Sie finden etwa Anwendung in der Pre-Production für Animationen, Games oder Filme. Der Schwerpunkt des Workshops lag auf der Einbindung des 3D-Programms „Blender“ in den Arbeitsprozess, um Ideen möglichst schnell und effektiv umzusetzen.

Ich habe in dieser Woche viele neue Photoshop-Skills gesammelt und gelernt, Blender zu benutzen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Tobias P.

Kunstschüler

Im Gamedesign bei Inka McAtee stand die Übersetzung eines interaktiven digitalen Spiels aus einer selbst entwickelten Story im Mittelpunkt der Werkstattwoche. Zur Anwendung kam besonders das Programm „Twine“ zur Programmierung von Text-Adventures.

Performance

Weil im Mai die Projektwerkstatt „Performance“ wegen der Corona-Beschränkungen hatte ausfallen müssen, gab es für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 die Möglichkeit, bei Eva Weingärtner dieses Fach zu belegen. Das Auftreten des Künstlers im Raum und vor Menschen und die Verbesserung seiner körperhaften Präsenz waren Arbeitsschwerpunkte des Workshops. Die Gruppe entwickelte eine gemeinsame Performance und brachte sie vor Publikum und der Videokamera zur Aufführung.

Galerie der Projektwerkstätten

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